FAQ – Hilfreiche Antworten - Hilfreiche Antworten zu unserem Gamma Knife Zentrum

01. Wie werden die "Strahlen" in den Therapiegeräten erzeugt?

Bei der Teletherapie, das ist die Bestrahlung von außen mit hochenergetischen Photonen, unterscheidet man heute im Wesentlichen zwei Arten der Stahlerzeugung: Es gibt Geräte auf Basis des radioaktiven Zerfalls von Kobalt 60, das kommt im Gamma Knife zur Anwendung, und Geräte, die die Strahlung selbst durch Beschleunigung von Elektronen in einem elektrischen Feld erzeugen - das kommt in den sogenannten Linearbeschleunigern zur Anwendung.

02. Warum gibt es überhaupt Geräte die "Radioaktivität" nutzen?

Kobalt 60 ist ein radioaktives Isotop, das künstlich in Kernreaktoren erzeugt wird. Es hat eine Halbwertzeit von 5,27 Jahren und erzeugt im Wesentlichen zwei Gamma Quanten von 1,17 und 1,33 MeV Energie, die als hochenergetische - monochoromatische - Photonenstrahlung medizinisch genutzt werden. Kobalt 60 Strahlenquellen sind sehr energiereich und kompakt. Die 192 Strahlenquellen in einem modernen Gamma Knife sind jede nur etwa so groß wie eine Bleistiftspitze und könnten alle zusammen in einem einzigen Eierbecher untergebracht werden. Nur dadurch ist es möglich ein Bestrahlungsgerät zu bauen, das 192 Strahlen gleichzeitig auf einen Punkt konzentriert. Alle anderen Bestrahlungsverfahren erzeugen lediglich einen einzigen Therapiestrahl, der umständlich und dadurch weniger genau und mit höherer Umgebungsbelastung verbunden, aus verschiedenen Richtungen auf einen Zielpunkt konzentriert werden muss. Das Gamma Knife hat den steilsten Dosisgradienten und die geringste Umgebungsbelastung aller Bestrahlungsverfahren (Cyber Knife, Linearbeschleuniger, Photonentherapie).

03. Werden Kobalt-60-Quellen nur für das Gamma Knife benötigt und hergestellt?

Nein! Tatsächlich werden Kobalt-60-Strahlenquellen in erster Linie für die schonende Sterilisation medizinischer Produkte benötigt und in großer Menge erzeugt. Sämtliche Einmalmaterialien in der modernen Medizin wie Spritzen, Kanülen, Handschuhe etc. werden heute beim Hersteller in Kobalt-60-Anlagen gamma-sterilisiert. Die moderne Medizin würde ohne Kobalt-60-Quellen von heute auf morgen weltweit zum Erliegen kommen. Die in Bestrahlungsgeräten verwendeten Kobalt-60-Quellen machen nicht einmal 1 % des weltweiten Bedarfs aus.

04. Wer erzeugt die Kobalt 60 Quellen für Krefeld und was geschieht mit den Quellen am Ende der Nutzungszeit?

Die deutschen Gamma-Knife-Zentren beziehen ihre Kobalt-60-Quellen durch den Hersteller ELEKTA über die kanadische Firma NORDION https://www.nordion.com. Zum Ende der Nutzungszeit werden die Quellen gegen neue getauscht und nach Kanada zum Recycling zurückgegeben. In der Regel können Kobalt-60-Quellen im Reaktor wieder aktiviert werden, falls das nicht möglich ist, erfolgt die Endlagerung in Kanada. Die Quellen selbst werden im Bruce-B-Reaktor in Ontario, Kanada erzeugt. Es handelt sich beim Bruce Kernkraftwerk um den größten Stromerzeuger Kanadas, auf dessen Nutzung auch und gerade vor dem Hintergrund des Klimawandels, die Kanadische Bevölkerung nicht verzichten möchte.

05. Was ist der Unterschied zum Cyber Knife?

Das Cyber Knife ist ein stereotaktisches Bestrahlungsgerät. Entwickelt wurde es 1987 von John Adler in Standford, USA. Er hatte zuvor in Schweden beim Gamma Knife Erfinder Lars Leksell gearbeitet und wollte eine Maschine bauen, die das Gamma-Knife-Prinzip (viele Strahlen auf einen einzelnen Punkt zu bündeln), für die Behandlung von Tumoren im Bereich des Körpers umsetzt. Das Gamma Knife kann nur für Behandlungen im Kopf benutzt werden, der restliche Körper hat im Gamma Knife einfach keinen Platz. John Adler hatte die Idee, eine einfache Strahlenquelle (Linearbeschleuniger) auf einen Roboter zu setzen. Anders als beim Gamma Knife, wo die gesamte Strahlung gleichzeitig auf einen Punkt gebracht wird, sollte der Roboter jeden einzelnen Strahl hintereinander applizieren. Dadurch ist es möglich, auch Tumore im Bereich der Wirbelsäule, Lunge, Prostata etc. zu behandeln. Allerdings ist das nicht mit der gleichen Präzision möglich, wie bei einem Gamma Knife. Außerdem erzeugt ein Linearbeschleuniger, der an einem Roboterarm um den Patienten "herumtanzt," eine erheblich höhere Streustrahlung, die zu einer mehrfach höheren Belastung des Patienten führt. Daher haben amerikanische Zentren in der Regel auch ein Gamma Knife für höchste Präzision zur Behandlung von Tumoren im Kopf und zusätzlich ein Cyber Knife für den restlichen Körper. Nur in Deutschland wird das Cyber Knife von interessierten Kreisen noch immer als "Weiterentwicklung" des Gamma Knife gesehen. Und natürlich ist ein Cyber Knife, das man auch am Kopf einsetzen kann, günstiger als zwei Maschinen nebeneinander anzuschaffen. Zumal man das eine - das Gamma Knife - nur für den Kopf verwenden kann. Aus medizinischen und Gründen des Strahlenschutzes sind solche Überlegungen aber unbedingt abzulehnen.

06. Was kostet die Behandlung?

Im privatärztlichen Bereich werden die Kosten der radiochirurgischen Behandlung nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) berechnet und von privaten Krankenversicherungen auf dieser Basis erstattet. Im Bereich der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) besteht zwischen dem Gamma Knife Zentrum Krefeld und Hannover mit der DAK (Deutsche Angestellten Krankenkasse) ein Vertrag der integrierten Versorgung (IV-Vertrag), wodurch Versicherten der DAK, als erster Gruppe von gesetzlich Versicherten in Deutschland, die Gamma Knife Radiochirurgie ohne zeitaufwändiges Antragsverfahren im Bedarfsfall zur Verfügung steht. Die TK (Techniker Krankenkasse) ist diesem Vertrag ebenfalls beigetreten, so dass nun auch ihren Versicherten die Gamma Knife Radiochirurgie im Bedarfsfall zur Verfügung steht. Mit der AOK Rheinland – Hamburg, der Schwenninger BKK und der Actimonda Krankenkasse bestehen Selektivverträge, so dass die Leistung im Einzelfall nicht mehr beantragt werden muss. Bei anderen gesetzlichen Krankenversicherungen besteht leider noch immer kein Anspruch auf Kostenerstattung im ambulanten Bereich. Obwohl die Radiochirurgie in Deutschland erfolgreich seit 1994 und weltweit seit den 1970er Jahren erbracht wird, ist eine Aufnahme der Radiochirurgie in den Leistungskatalog der GKV bis heute unterblieben. Daher müssen viele Patienten die Kostenübernahme für eine ambulante radiochirurgische Behandlung noch immer zunächst bei Ihrer Krankenversicherung beantragen. In den letzten Jahren wurde in tausenden Fällen eine Kostenübernahme im Rahmen von Einzelfallentscheidungen zugesagt. Wir bieten Ihnen bei der Beantragung der Kostenübernahme Hilfestellungen an. Nach dem Beratungsgespräch und der Indikationsstellung erhalten Sie von uns einen Arztbrief mit einen Kostenvoranschlag. Dieses Dokument reichen Sie dann bitte selbst bei Ihrer Krankenversicherung ein. Sobald Sie von Ihrer Versicherung eine schriftliche Bestätigung erhalten haben, nehmen Sie wieder Kontakt mit uns auf, um einen Behandlungstermin zu vereinbaren. Im Falle einer Ablehnung raten wir Ihnen, ebenfalls Kontakt mit uns aufzunehmen, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Darüber hinaus besteht natürlich die Möglichkeit, dass Sie die Kosten für die Behandlung mit dem Gamma Knife selbst tragen.

07. Ist die Behandlung auch stationär möglich?

Bei medizinischer Notwendigkeit besteht die Möglichkeit, die Behandlung auch stationär durchzuführen. Hierzu stehen uns Betten in der neurochirurgischen Klinik der Helios Klinik Krefeld zu Verfügung.

08. Was sind die häufigsten Nebenwirkungen?

Das Auftreten von Nebenwirkungen ist sehr selten und stark abhängig vom behandelten Krankheitsbild, der Lokalisation des erkrankten Gewebes sowie der benötigten Bestrahlungsdosis. Aus diesem Grunde ist eine pauschale Aussage darüber nicht möglich. Im Vorgespräch wird selbstverständlich ausführlich auf mögliche Nebenwirkungen im individuellen Fall eingegangen.

09. Wie lange muss ich auf eine Behandlung warten?

Die Wartezeit ist in erster Linie abhängig von der Behandlungsindikation und dem Patientenwunsch. In der Regel ist eine Behandlung innerhalb von 14 Tagen möglich, falls erforderlich.

10. Wer muss mich überweisen?

Die Zuweisung soll über den Haus- oder Facharzt erfolgen. Bei onkologischen Erkrankungen sollte eine Tumorboard-Empfehlung vorliegen. Aber auch die „Selbstzuweisung“ im Rahmen einer Zweitmeinung ist möglich, sprechen Sie ggf. hierüber mit Ihrer Krankenkasse.