Behandlung von funktionellen Erkrankungen

Trigeminus Neuralgie

Trigeminus Neuralgie (TN) oder Gesichtsschmerzen (Tic Doloreux) sind akut auftretende Schmerzattacken im Gesicht. Die Schmerzen treten auf im Versorgungsgebiet des V° Hirnnerves, dem Nervus Trigeminus und beschränken sich auf eine Gesichtshälfte. Typischerweise werden die Attacken ausgelöst durch leichte Berührung, reden, essen, Zähneputzen oder beim Übergang von warme in kalte Umgebung. Manche Patienten haben neben diesen Schmerzattacken zusätzliche anhaltende Schmerzen im Gesicht.

Die Ursachen der TN sind dreierlei. Häufig wird der Schmerzreiz am Nerven durch Druck eines auf dem Nerven liegenden Gefäßes verursacht.

In seltenen Fällen führt die Kompression des Nervus Trigeminus durch einen Tumor zu den bekannten Symptomen. In diesem Fall spricht man von einer sekundären TN. In der Regel handelt es sich hierbei um gutartige Tumoren.

Meistens ist die Ursache unbekannt, man spricht von einer so genannten idiopathischen TN.

Unabhängig von der Ursache ist die TN fast immer gut mit antiepileptischen Medikamenten wie zum Beispiel Carbamazepin zu behandeln. Wenn die medikamentöse Behandlung gravierende Nebenwirkungen verursacht oder wenn die Wirkung nicht mehr ausreicht, kann man auf chirurgische Methoden ausweichen. Neben Thermokoagulation des Ganglion Gasseri (Verödung der Nervenschaltzentrale) wird die Operation nach Janetta (hier wird das Gefäß, das auf den Nerv drückt, gepolstert) als Therapie genutzt. Seit einigen Jahren wird die radiochirurgische Behandlung mit dem Gamma Knife zur Behandlung der Trigeminus Neuralgie eingesetzt und es werden gute Ergebnisse erzielt.

Die lokale Bestrahlung des Nervus Trigeminus im Bereich des Hirnstamms führt in ungefähr 80% der Fälle zu einer Schmerzfreiheit oder erheblichen Schmerzlinderung. Der Effekt tritt meistens erst nach einigen Wochen bis Monaten auf. Bei 10% dieser Patienten kehren die Schmerzen innerhalb eines Jahres zurück. Nebenwirkungen in Form einer Gefühlsstörung im Gesicht oder verminderter Tränenfluss treten bei ungefähr 5 % der Patienten auf.